Die Anfänge

Man nimmt erste Schulversuche mit der Errichtung des Vikariats an. Die Generalvisitation aus 1760 besagt:

"Eine Schule fehlt, doch unterrichtet ein Vikar die Kinder, wenn sie kommen."

 

Noch 1790 wird berichtet: "Es ist keine Schul, sondern es geht nur einer in den Häusern herum und lehrt die Kinder, die wegen der rauen Gegend nicht in die Schule kommen können."

 

In den folgenden Jahrzehnten unterrichteten fast ausschließlich ungeprüfte Schulprovisoren, wie zB eine Vikar-Köchin.

Erst 1835 wurde ein definitiver Schullehrer angestellt.

 

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2. Klasse 1918/19 mit Oberlehrer Klanner und Pfarrer Hartmann

 

 

Entwicklung der Schülerzahlen:

1854: 48 Schüler

1864: 75 Schüler

1913: 200 Schüler mit 43 Separatschülern*

1945: 173 Schüler

(*1859-1939: Separatunterricht = Unterricht für Schüler über 12 Jahre, der nur an einem Tag in der Woche erteilt wurde.)

 

 

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Die alte Volksschule, heutiges Gemeindezentrum

 

1856 erfolgte der Bau des Schul- und Gemeindehauses (heutiges Gemeindezentrum).

Die Einteilung der Räume wurde wie folgt getroffen:

Zu ebener Erde: Küche, Speis und Holzablage

1. Stock und Dachboden: Unterbringung der Schule; Das Zimmer links wurde als Schulzimmer bestimmt.

Eingang, rechts: Männer- und Weiber- Wärmestuben - durften nicht für den Wirt bei Hochzeiten und Leichenschmaus, nicht als Sezierraum oder Leichenkammer, als Einquartierung für Fremde oder Gemeindemitglieder, als Ausschank oder Spielzimmer verwendet werden. Sie blieben beschränkt auf das Wärmen vor und nach dem Gottesdienst und allenfalls auf "ämtliche Conferenzen".

Mit dem Schulleiter wurde ein Mietvertrag abgeschlossen, aus dem hervorgeht, dass dieser für das Wohnen im Hause Mietzins zu bezahlen habe. Er hatte auch für Reinlichkeit und das Einhalten der Hausordnung zu sorgen. Ferner hatte er das Heizen im Winter zu übernehmen und die Feuerstätte im Erdgeschoss zu beaufsichtigen.

 

Aus dem Schulalltag:

1894 wurde der Unterricht wegen allgemeiner Krankheit für 6 Wochen unterbrochen.

1898 war anfangs Februar die Schule wegen Diphterie geschlossen.

1899: Diphterie und sofortige Sperrung der Schule

1936 erkrankten 10 Kinder an Diphterie.1

 

1vgl. August und Barbara Rettenbacher: "Chronik St. Koloman", 1982; ergänzt und bearbeitet 2007 von Erika Rettenbacher und Ing. Christian Struber