Die Schule in den 40er Jahren

In den 40er Jahren wurde die Schule dreiklassig geführt, was natürlich zur Folge hatte, dass mehrere Abteilungen in einer Klasse waren.

Während die Schüler einer Schulstufe etwas erklärt bekamen, wurden die Schüler der anderen Schulstufen mit Stillarbeit beschäftigt. Es saßen um die die 50 Schüler in einer Klasse. Die Kinder hatten oft lange Schulwege, mussten daheim mithelfen und viel Leid, das in dieser Zeit entstand, miterleben. Zum Lernen blieb da meist wenig Zeit, und so wurde oftmals eine Schulstufe wiederholt.

 

In der Schule gab es weder Strom noch Wasser. Der Fußboden war abgetreten und wurde mit Öl eingelassen. In den langen Schreibbänken gab es Öffnung für die Tintenfässer, sodass sie nicht dauernd umfielen. Man schrieb damals noch mit Spitzfeder. Der Raum wurde mit einem Holzofen erwärmt.

 

Während der Kriegszeit kam es oft zu einem Lehrerwechsel. In den Schuljahren 1943-1945 mussten die Kinder mit ihren Lehrern öfters in den nahe gelegenen Wald laufen, da es Fliegeralarm gab. Es waren auch einige Wiener Flüchtlingskinder in der Schule.

 

Lisl Haidenthaller (erste Frau von Prof. August Rettenbacher) leitete 1940, 1942/43, 1944/45 provisorisch die Schule. Es war schwierig, einen wenigstens annähernd guten Unterrichtserfolg zu erzielen, da durch die schweren Bombeneinschläge am Obersalzberg die Fenster zitterten und bei Fliegeralarm die Kinder aus dem Schulhaus in Deckung gebracht werden mussten.

1957 erhielt sie für ihr 25jähriges Wirken im Dienste der Gemeinde St. Koloman eine Ehrenurkunde.1

 

1vgl. August und Barbara Rettenbacher: "Chronik St. Koloman", 1982; ergänzt und bearbeitet 2007 von Erika Rettenbacher und Ing. Christian Struber