Volksschule Tauglboden

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Volksschule Tauglboden

 

Häufig wurden Kinder wegen des weiten und beschwerlichen Schulweges im ersten Schuljahr, ja selbst im zweiten Schuljahr vom Schulbesuch zurückgestellt. Außerdem wurden wöchentlich Dispenstage (Rasttage) gewährt. Dazu kamen noch viele Schulversäumnisse. Ein Kind hatte in seiner Schulzeit 1373 Halbtage gefehlt.

Im Herbst 1946 stellten die Eltern des Tauglbodens den Antrag auf Errichtung einer Expositurschule. Als behelfsmäßiger Schulraum wurde beim Jägerwirt das Sommerhäuschen gemietet und eingerichtet.

 

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Sommerhäuschen beim Jägerwirt, das sieben Jahre als Provisorium diente und von den Jägerwirtsleuten zur Verfügung gestellt wurde.

 

Am 6. September 1953 wurde das neue Schulhaus, das unter großen Opfern und in einmütiger Zusammenarbeit erbaut worden war, feierlich eingeweiht. Mit Erlass aus dem Jahre 1957 genehmigte man die Abtrennung der Expositurschule Tauglboden von der Volksschule St. Koloman und erklärte sie zur selbstständigen Schule.

 

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Schulhaus Tauglboden

 

Die Schule wurde einklassig geführt, das heißt, dass ein Lehrer alle Schulstufen unterrichten musste. Dies erforderte ein hohes Organisationstalent.

Leider wurde diese schöne Schule im Zuge der Auflösung einklassiger Schulen 1972 stillgelegt und 1974 endgültig aufgelöst. Die Schüler besuchten nun die Volksschule St. Koloman. Nach der Schließung der Volksschule Tauglboden erreichten die Eltern dieser Region, durch ihre vehemente Initiative die Einführung der Schulbusfahrten für ihre Kinder.1

 

1vgl. August und Barbara Rettenbacher: "Chronik St. Koloman", 1982; ergänzt und bearbeitet 2007 von Erika Rettenbacher und Ing. Christian Struber